Kartoffeln
Meine wichtigste Frucht. Abgesehen davon, dass die Kartoffel sehr nahrhaft ist und gut schmeckt, ist sie für den Selbstversorger von zentraler Bedeutung: Die Kartoffel weist einen hohen Flächenertrag auf und lässt sich gut lagern. Ich baue frühe (Rosara), mittlere (Laura, Otolia) und späte (Sevilla, Jelly) Sorten an, so dass ich mich möglichst lange über das Jahr mit eigenen Kartoffeln versorgen und zugleich die wetterbedingten Anbaurisiken streuen kann.
Die Erträge schwankten in den vergangenen sechs Jahren zwischen 1,5 und 4 kg pro Quadratmeter. Das entspricht dem Niveau der professionellen Landwirtschaft. Die Kartoffeln reagieren empfindlich auf Überschwemmungen mit Staunässe sowie Hitzeperioden mit mehr als 27 Grad Celsius, die infolge der Erderhitzung in Süddeutschland inzwischen normal geworden sind. Um Hitzeschäden zu mindern experimentieren wir mit Dächern und Stangenbohnen zur Beschattung der Kartoffeln. Beträchtliche Verluste verursachen Wühlmäuse, denen wir mit der Förderung des Mauswiesels sowie mechanischen Fallen ("Supercat") zu begegnen versuchen.
Übrigens wurde die Kartoffel nicht ihrer Nahrhaftigkeit wegen nach Europa importiert, sondern aufgrund ihrer ansehnlichen Blüten. Im 16. Jahrhundert waren Kartoffeln in den Ziergärten des Adels sehr beliebt.
Der Kartoffelkäfer tauchte in den vergangenen sechs Jahren nur vereinzelt auf und lässt sich leicht absammeln. Gegen Krautfäule helfen resistente Sorten, die ich seit vielen Jahren vom Hof Jeebel beziehe. Einige Drahtwürmer (Nematoden) fressen Gänge in die Kartoffeln; dagegen helfen Mulchen und Ringelblumen, die ich neben oder zwischen die Kartoffeln pflanze, so dass bei mir bislang kaum Schäden entstanden. Wühlmäuse lieben Kartoffeln und müssen daher aktiv bekämpft werden. Sinnvoll ist auch die Kombination mit Buschbohnen, von denen ich zwei Samen mit jeder Saatknolle verbuddele: Die Bohnen versorgen die Kartoffel mit Stickstoff.
Nicht bewährt hat sich die Verlegung der Knollen in etwa 15 tiefen Trichtern, die mit der wachsenden Pflanze zugeschüttet werden. Der Vorteil liegt darin, dass nicht gehäufelt werden muss. Nachteilig wirkte sich in meinem Garten aber die Staunässe aus. Zudem ist der Grabeaufwand für die Ernte der tiefliegenden Knollen enorm, wodurch der Boden stark geschädigt wird. Daher verlege ich die Knollen wieder in der traditionellen Weise in ca. fünf Zentimeter Tiefe. Ich häufele nicht, sondern bedeckte offen liegende Kartoffeln mit einer dicken Mulchschicht. Die Verluste durch ergrünte Kartoffeln sind überschaubar.
Der "Pflanzplaner" informiert, worauf Sie vor und beim Legen der Kartoffeln achten sollten.
Und hier noch ein Literaturhinweis:
Heidi Lorey: Kartoffelliebe. Pflanzen, ernten, Sortenvielfalt genießen, 2019.

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